CMS-Migration – weg vom Legacy-System, hin zu etwas das mitdenkt
Du weisst selbst, was dich an deinem CMS nervt. Das Problem ist selten die Optik – sondern die fehlende Struktur darunter. Es gibt einen ehrlichen Weg raus.
Dein CMS funktioniert noch. Genau das ist oft das Problem – denn «funktioniert» heisst nicht «hat noch Zukunft». Viele Schweizer KMU sitzen auf einem TYPO3, Neos oder Joomla, das seit Jahren läuft und brav gepflegt wird, obwohl der Hersteller-Support längst ausgelaufen ist. TYPO3 10.4 etwa bekommt seit April 2024 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr, und die zugehörige PHP-Version 7.4 ist schon seit November 2022 am Ende (Quelle: TYPO3 GmbH, php.net). Wir zeigen dir, warum der Schmerz selten an der Optik liegt, wie ein sauberer Wechsel wirklich abläuft – und warum es irgendwann einen ehrlichen Schnitt braucht.
Was Legacy-CMS gemeinsam haben
Egal ob TYPO3, Neos, Joomla, Drupal oder ein anderes System aus den 2000ern: Sie alle wurden gebaut, bevor es Headless-Architekturen gab. Sie denken in Seiten und Templates, nicht in Inhalten und Schnittstellen. Wenn dein Business wächst, wächst die Komplexität des CMS schneller mit – und irgendwann bremst es das Team mehr, als es ihm hilft.
Für die einzelnen Systeme haben wir das im Detail aufgeschrieben: TYPO3, WordPress, Joomla, Drupal und Contao ablösen – die Muster ähneln sich erstaunlich.
Das eigentliche Übel sitzt im Frontend
Stimmt schon – mit TYPO3, Neos oder WordPress lassen sich hübsche, funktionale Websites bauen. Für viele reicht das völlig. Aber diese Systeme haben eine eingebaute Falle: Sie laden zum Gestalten im Frontend ein. Redaktoren schieben Inhaltselemente zurecht, setzen hier eine Farbe, dort einen Abstand und bauen für jede Seite ein eigenes Layout.
Das Resultat nach ein paar Jahren: Der Inhalt hat keine Struktur mehr. Gestaltung und Inhalt sind untrennbar verklebt. Die «Team»-Seite existiert in fünf leicht verschiedenen Varianten, und niemand weiss mehr, welche die richtige ist. Das ist nicht nur unschön – es macht die Inhalte unbrauchbar für alles andere: keine saubere Suche, keine App, keine Anbindung an Shop oder ERP. Die Inhalte sind nicht nur im CMS gefangen, sie sind auch noch unsortiert.
Und wie kommt man da sauber raus?
Jetzt die ehrliche Frage: Wie überführt man so eine organisch gewachsene Seite in ein strukturiertes System? Die unbequeme Antwort: nicht per Knopfdruck.
Es gibt zwar den Weg, das alte System als reine Datenquelle weiterlaufen zu lassen und ein modernes Frontend davorzusetzen. Ehrlich gesagt halten wir das selten für gut: Du hältst damit genau das System am Leben, das du eigentlich loswerden wolltest – mitsamt Wartung, Sicherheitslücken und Eigenheiten.
Der saubere Weg ist Arbeit, und das sagen wir auch so. Eine über Jahre gewachsene TYPO3-Site ist ein Stapel von Entscheidungen aus 15 Jahren. Migrieren heisst: hinschauen, was überhaupt drin ist; entscheiden, was es noch wert ist; Doppeltes zusammenführen; Inhalte, die nie strukturiert waren, neu fassen. Würde man versuchen, alles 1:1 zu retten, hörte diese Arbeit nie auf. Wie man dabei trotzdem nichts Wichtiges verliert, beschreiben wir in Migration ohne Datenverlust.
Darum braucht es irgendwann einen Schnitt. Du definierst im neuen System eine saubere Struktur, überführst die Substanz – nicht das Chaos – und sagst bewusst: Ab hier machen wir es besser. Das ist der eigentliche Gewinn eines strukturierten CMS: Die Struktur lässt das alte Durcheinander gar nicht erst wieder entstehen. Inhalt bleibt Inhalt, Gestaltung bleibt Gestaltung.
Bei der ADES AG haben wir genau diesen Schnitt gemacht: Statt die alte TYPO3-Seite mühsam anzuzapfen, kommt die Produktwahrheit heute direkt aus dem ERP (Microsoft Dynamics) über Shopify ins neue, strukturierte Frontend – über 1000 Artikel, ohne Doppelpflege. Die alte Seite läuft nur noch als Archiv. Wie dieses Zusammenspiel funktioniert, zeigen unser Insight «Shopify als Motor» und der ADES-Case.
Was ein Wechsel wirklich kostet – und was er bringt
Ein CMS-Wechsel ist eine Investition. Aber die Alternative – ein System weiterzubetreiben, das das Team bremst – kostet über die Jahre mehr: in Entwicklungszeit, in Sicherheitsrisiken, in entgangenen Möglichkeiten. Gerade bei TYPO3 kommt erschwerend dazu, dass eine gewachsene Site oft 15 bis 30 Extensions trägt, die bei jedem grossen Upgrade alle zusammenpassen müssen. Das macht Upgrades teuer und riskant.
Als grobe Hausnummer: Ein Upgrade auf die aktuelle LTS kostet je nach Extension-Landschaft etwa CHF 6’000.– bis 10’000.–, ein Wechsel auf ein modernes System rund CHF 8’000.– bis 14’000.–. Über die Jahre gerechnet sind das oft CHF 100.– bis 150.– pro Monat – deutlich weniger als eine ungeplante Notfall-Migration nach einem Sicherheitsvorfall.
Wir sagen dir ehrlich, ob ein Wechsel bei dir Sinn macht. Manchmal lautet die Antwort: noch nicht.
Womit wir heute bauen
Wir setzen auf strukturierte, Headless-fähige Systeme: Sanity und Payload als CMS, für datengetriebene Projekte auch Directus, kombiniert mit SvelteKit im Frontend. Der Unterschied zum alten Template-Denken: Inhalte werden als saubere, wiederverwendbare Daten gepflegt – einmal erfasst, überall nutzbar, ob auf der Website, in einer App oder in einem anderen Tool. Genau das meinen wir, wenn wir sagen, ein CMS soll mitdenken statt bremsen. Wie verschiedene Systeme dabei sauber zusammenspielen, zeigt Wenn Systeme miteinander reden.
Das Wesentliche auf einen Blick
- Das Problem alter CMS ist selten die Optik, sondern die fehlende Struktur: TYPO3, Neos & Co. laden zum Gestalten im Frontend ein – Inhalt und Design verkleben.
- «Funktioniert noch» heisst nicht «hat Zukunft»: TYPO3 10.4 ist seit April 2024 ohne kostenlose Sicherheitsupdates, PHP 7.4 seit November 2022.
- Das alte System nur als Datenquelle weiterzubetreiben, ist selten sinnvoll – du behältst damit genau den Ballast, den du loswerden willst.
- Eine organisch gewachsene Site migriert man nicht per Knopfdruck: hinschauen, aussortieren, zusammenführen, neu strukturieren.
- Irgendwann braucht es einen ehrlichen Schnitt: saubere Struktur definieren, die Substanz überführen, ab da besser machen.
- Ein strukturiertes, Headless-fähiges CMS wie Sanity oder Payload verhindert, dass das Chaos zurückkommt.
Häufige Fragen zum CMS-Wechsel
Wir wissen nicht, welches CMS zu uns passt – wie findet ihr das heraus?
Durch ein Gespräch. Wir fragen nach eurem Team, euren Inhalten, eurer Wachstumsstrategie und eurem Budget – dann empfehlen wir konkret.
Was kostet ein CMS-Wechsel?
Ein einfacher Wechsel beginnt ab CHF 7500.–. Mit Design-Überarbeitung liegst du typischerweise bei CHF 15000.– bis CHF 30000.–.
Wie lange dauert eine Migration?
Typischerweise 6 bis 16 Wochen – je nach Umfang der Site und ob Design mitentwickelt wird.
Was passiert mit meinen bestehenden Inhalten beim Wechsel?
Inhalte werden strukturiert exportiert und ins neue System importiert. In den meisten Fällen übernehmen wir die Migration vollständig.
Verliere ich meine Google-Rankings beim Wechsel?
Nur wenn der Wechsel schlecht gemacht wird. Mit korrekten Redirects und SEO-Begleitung sind Verluste minimal und vorübergehend.