Datenschutzfreundliche Analytics: welche Tools taugen?
Cookie-Banner nerven und liefern trotzdem lückenhafte Daten. Datenschutzfreundliche Analytics wie Plausible und Matomo messen sauber, DSG-konform und ohne Einwilligung.
Jede Website in der Schweiz kennt das Cookie-Banner. Es nervt Besucher, verschandelt das Design – und sorgt trotzdem für lückenhafte Daten, weil viele Nutzer ablehnen. Dabei geht es auch anders: Datenschutzfreundliche Analytics liefern saubere Zahlen ganz ohne Cookie-Einwilligung.
Seit dem 1. September 2023 gilt in der Schweiz das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG). Wer Besucherdaten erhebt, muss transparent und sparsam damit umgehen. Mit den richtigen Tools bleibt das aber unkompliziert. Wer mit Zahlen grundsätzlich Entscheidungen statt Bauchgefühl treffen will, findet die Basics in Analytics: Daten statt Bauchgefühl.
Was «datenschutzfreundlich» bei Analytics bedeutet
Nicht jedes Tool, das «privacy-friendly» draufschreibt, ist es auch. Im Kern geht es um diese Punkte:
- Keine personenbezogenen Daten: die Tools messen anonym und verfolgen keine einzelnen Personen.
- Keine Cookies: ohne Cookies braucht es auch keine Einwilligung – das Banner entfällt.
- Daten bleiben in der Schweiz oder EU: keine Übermittlung in die USA, wo Behörden Zugriff verlangen können.
- Volle Datenhoheit: idealerweise gehören die Daten euch, nicht einem Werbekonzern.
Das Problem mit Google Analytics
Google Analytics ist kostenlos und mächtig – und genau deshalb so verbreitet. Aber es hat zwei Haken. Erstens überträgt es Daten in die USA. Die österreichische und die französische Datenschutzbehörde stuften den Einsatz von Google Analytics 2022 deshalb als nicht DSGVO-konform ein (Quelle: noyb, CNIL). Zweitens braucht es ein Cookie-Banner – und sobald Besucher ablehnen, fehlen ihre Daten in der Auswertung.
Das heisst für euch: Ihr zahlt mit den Daten eurer Besucher und bekommt trotzdem ein unvollständiges Bild. Wie ihr aus gesammelten Zahlen echte Entscheidungen macht, steht in Daten sammeln ist einfach – sie nutzen ist die Kunst.
Die wichtigsten datenschutzfreundlichen Tools
Aus Erfahrung decken diese vier Tools fast jeden KMU-Bedarf ab:
- Plausible (plausible.io): Open Source, in der EU gehostet, ohne Cookies. Das Mess-Skript ist unter 1 KB gross – Google Analytics bringt rund 45 KB mit (Quelle: Plausible). Ideal für alle, die klare Zahlen ohne Ballast wollen. Gehostet ab wenigen Franken im Monat oder selbst betreibbar.
- Matomo (matomo.org): der Open-Source-Klassiker, früher Piwik. Kann fast alles, was Google Analytics kann. Ihr könnt es selbst hosten – dann bleiben die Daten komplett bei euch – oder in der EU-Cloud betreiben. Für alle, die Tiefe brauchen.
- Umami (umami.is): schlank, Open Source, selbst hostbar. Ein minimalistisches Dashboard für Teams, die volle Datenhoheit und wenig Schnickschnack wollen.
- Fathom (usefathom.com): kommerziell, einfach, datenschutzfreundlich. Ähnlich wie Plausible, mit Fokus auf Bedienkomfort.
Selbst hosten oder gehostet nutzen?
Bei den meisten Tools habt ihr die Wahl – beide Wege sind legitim:
- Selbst gehostet: die Daten liegen auf eurem Server, volle Kontrolle. Dafür kümmert ihr euch um Updates und Betrieb. Sinnvoll, wenn Datenhoheit oberste Priorität hat.
- Gehostet (als Service): der Anbieter betreibt alles, ihr bindet nur das Skript ein. Weniger Aufwand, kleine monatliche Kosten. Für die meisten KMU der pragmatische Weg.
Aus Erfahrung fahren kleinere Teams mit der gehosteten Variante besser – sie wollen Zahlen sehen, nicht einen weiteren Server pflegen. Wächst der Anspruch an Datenhoheit, könnt ihr später immer noch wechseln.
Was ihr mit dem Wechsel gewinnt
Datenschutzfreundliche Analytics sind nicht nur eine rechtliche Absicherung. Sie bringen handfeste Vorteile:
- Kein Cookie-Banner: weniger Reibung, ein aufgeräumteres Erlebnis für eure Besucher.
- Vollständigere Daten: weil nichts an einer Einwilligung scheitert, seht ihr alle Besuche.
- Schnellere Website: ein winziges Skript lädt kaum. Wieso Tempo zählt, steht in diesem Artikel.
- Vertrauen: wer sparsam mit Daten umgeht, signalisiert Respekt – gerade in der datenschutzsensiblen Schweiz.
Worauf ihr beim Wechsel achtet
Der Umstieg ist kein Grossprojekt. Ein paar Dinge lohnen sich aber:
- Klärt vorab, welche Kennzahlen ihr wirklich braucht – oft sind es weniger als gedacht.
- Prüft, ob ihr selbst hosten wollt (volle Hoheit) oder eine gehostete Lösung bevorzugt (weniger Aufwand).
- Lasst alte Google-Analytics-Daten exportieren, bevor ihr abschaltet.
- Denkt an die Datenschutzerklärung – auch datenschutzfreundliche Tools gehören erwähnt.
Wenn ihr unsicher seid, was zu euch passt: Das ist Teil unseres Marketing-Angebots, und wir schauen es gern gemeinsam an.
Das Wesentliche auf einen Blick
- Datenschutzfreundliche Analytics messen anonym, ohne Cookies und ohne Daten-Export in die USA.
- Seit September 2023 gilt in der Schweiz das revDSG – sparsamer Umgang mit Daten ist Pflicht.
- EU-Datenschutzbehörden stuften Google Analytics 2022 als nicht konform ein – zudem braucht es ein Cookie-Banner.
- Plausible, Matomo, Umami und Fathom decken fast jeden KMU-Bedarf ab.
- Vorteile: kein Banner, vollständigere Daten, schnellere Website, mehr Vertrauen.