Heatmaps und Recordings ohne Cookie-Banner
Umami kann jetzt Heatmaps und Session Recordings – im selben Tool, das schon für DSGVO-konformes Tracking sorgt. Kein Hotjar, kein zusätzlicher Cookie-Fall, keine Daten auf US-Servern.
43 Prozent der Internetnutzenden in Deutschland lehnen auf Cookie-Bannern möglichst alles ab (Quelle: Statista, 2025). Für ein Tool wie Hotjar oder Microsoft Clarity heisst das: Fast jede zweite Session bleibt unsichtbar, weil sie auf eine Einwilligung angewiesen sind. Heatmaps und Session Recordings gehörten deshalb lange zu den Tools, für die du extra bezahlst, extra erklärst und Daten an US-Server schickst.
Das ändert sich gerade: Umami – unser Standard-Analytics-Tool für Kundenprojekte – kann jetzt beides direkt im gleichen Dashboard. Ohne zusätzliches Tool, ohne neue Datenschutzerklärung, ohne Cookie-Banner.
Was bisher fehlte
Wer wissen wollte, wohin Besucher:innen auf einer Seite klicken oder wo sie eine Buchungsstrecke abbrechen, brauchte bisher ein zweites Tool neben der normalen Analytics-Lösung. Hotjar und Microsoft Clarity sind die bekanntesten Namen dafür. Beide sind solide Werkzeuge – aber beide bringen eigene Cookies, eigene Einwilligungspflicht und eine eigene Datenschutzerklärung mit.
Clarity speichert Aufzeichnungen zudem in US-Rechenzentren von Microsoft Azure (Quelle: clarity.microsoft.com/privacy), und seit Ende Oktober 2025 verlangt Clarity für Traffic aus bestimmten Regionen ein gültiges Consent-Signal – sonst läuft das Tool nur eingeschränkt.
Für Schweizer KMU heisst das in der Praxis: noch ein Cookie-Banner-Fall, noch ein Auftragsverarbeitungsvertrag, noch ein Tool im Stack.
Was jetzt neu ist: Heatmaps und Replay im selben Tool
Mit den Versionen 3.1 und 3.2 hat Umami zwei Funktionen nachgerüstet, die bisher gefehlt haben: Session Replay (seit Version 3.1) zeichnet echte Besucher-Sessions auf – Klicks, Scrolls, Navigation, wie ein Video der Nutzung.
HeatmapsHeatmaps (seit Version 3.2, laut Umami das Kernfeature des Updates) fassen das Klick- und Scrollverhalten vieler Besucher zu einer visuellen Übersicht zusammen: Wo wird geklickt, wie weit wird gescrollt, was wird übersehen?
Beides läuft im selben Dashboard wie die Pageviews, mit der gleichen Website-ID, ohne zusätzliche Integration.
Kleine Klarstellung, falls du selbst im Umami-Blog stöberst: Dort wird Heatmaps als Teil des «Business Plan» beschrieben – das bezieht sich auf Umami Cloud, das gehostete Angebot mit Preisstufen. Self-Hosting ist laut Umami weiterhin komplett kostenlos, mit vollem Funktionsumfang. Genau so setzen wir es ein.
Wie das technisch funktioniert
Die Aufzeichnung läuft über ein separates Skript, recorder.js, das zusätzlich zum normalen Tracking-Skript eingebunden wird. Technisch nutzt Umami dafür rrweb, eine verbreitete Open-Source-Bibliothek fürs Aufzeichnen von DOM-Veränderungen.
Aktiviert wird das Ganze pro Website im Umami-Dashboard unter Einstellungen – ein Klick, kein Deployment nötig. Wichtig: Aufgezeichnet wird erst ab dem Zeitpunkt der Aktivierung, es gibt keine rückwirkende Auswertung.
Was Cookies angeht – und was nicht
Umami sammelt grundsätzlich keine persönlichen Daten, keine IP-Adressen und setzt keine Cookies – das war schon vor den neuen Features unser Hauptargument für das Tool.
Wir haben das für Recorder und Heatmaps nicht der Doku geglaubt, sondern im Tracker- und Recorder-Quellcode nachgeprüft: Kein document.cookie, kein Set-Cookie-Header, kein localStorage-Eintrag mit Visitor-ID – recorder.js schreibt gar nichts auf den Client, die Session-Zuordnung läuft über einen serverseitig vergebenen, nicht-persistenten Token.
Cookie-Consent-Pflicht (ePrivacy-Richtlinie EU, in der Schweiz Art. 45c FMG) greift genau an diesem Speicherzugriff auf dem Endgerät. Findet der nicht statt, entfällt auch die Pflicht zum Cookie-Banner – technisch nachvollziehbar, nicht nur behauptet.
Was Cookie-frei nicht heisst: automatisch komplett einwilligungsfrei. Laut Umami-Dokumentation bleiben Heatmap-Daten zwar aggregiert und keine Einzelsession identifizierbar – ein Replay zeichnet aber Mausbewegungen, Klicks und Formularinteraktionen einzelner Besucher auf. Das ist eine DSGVO/nDSG-Frage zur Rechtsgrundlage der Verarbeitung, unabhängig vom Cookie-Banner. Wir prüfen deshalb vor jeder Aktivierung, ob die Datenschutzerklärung einen zusätzlichen Hinweis auf die Session-Aufzeichnung braucht.
Die Instanz läuft self-hosted, die Daten bleiben in unserer Infrastruktur statt auf US-Servern eines Drittanbieters. Das bleibt der Unterschied zu Hotjar und Clarity: Dort ist die Cookie-Einwilligungspflicht die Regel, bei Umami die Ausnahme.
Was du in der Praxis siehst
Bei einem Kundenprojekt haben wir das Recording kürzlich zusätzlich zum bestehenden Pageview-Tracking aktiviert – ergänzt um ein Custom-Event für einen bestimmten Klick-Pfad, den wir genauer verstehen wollten. Der Aufwand: ein Skript-Tag mehr, eine Einstellung im Dashboard.
Was rauskommt: nicht nur, dass eine Seite viele Aufrufe hat, sondern warum ein Button übersehen wird oder wo eine Formularstrecke abbricht. Genau die Fragen, die reine Zahlen offenlassen.
Umami im Vergleich zu Hotjar und Clarity
Die drei Tools lösen auf den ersten Blick das gleiche Problem. Der Unterschied liegt im Kleingedruckten – und genau da wird es für Schweizer KMU relevant.
- Cookies: Hotjar und Clarity setzen Tracking-Cookies und brauchen dafür eine gültige Einwilligung. Umami setzt keine Cookies – auch mit aktiviertem Recording nicht.
- Serverstandort: Clarity-Daten liegen in US-Rechenzentren von Microsoft Azure. Umami läuft self-hosted auf unserer eigenen Infrastruktur.
- Vertragslage: Hotjar und Clarity brauchen einen eigenen Auftragsverarbeitungsvertrag, zusätzlich zum Vertrag für die Haupt-Analytics. Bei Umami fällt das weg, weil es dasselbe Tool ist.
- Integration: Ein zweites Skript-Tag, ein zweites Login, ein zweites Dashboard – oder eben keins, weil Heatmaps und Replay direkt in der bestehenden Umami-Instanz laufen.
Was Hotjar und Clarity nach wie vor besser können: ausgereiftere Filter- und Segmentierungsoptionen für grosse Datenmengen, Umfrage-Widgets, Feedback-Tools. Für die klassische Frage «wo hakt die Nutzerführung» reicht Umami inzwischen völlig.
Was das für dein Projekt heisst
Heatmaps und Replay sind pro Website einzeln aktivierbar – wir schalten das nicht automatisch für alle Kundenprojekte scharf. Sinnvoll ist es überall dort, wo eine konkrete Frage im Raum steht: Warum bricht die Buchungsstrecke ab? Warum wird ein Angebot kaum angeklickt? Wo genau scrollen Besucher nicht mehr weiter?
Ein Punkt, den wir vor einem breiteren Rollout noch beobachten: Replay-Daten wachsen schneller als reine Pageview-Daten, weil jede Session einzeln aufgezeichnet wird. Wir behalten Retention und Disk-Usage im Auge und aktivieren Heatmaps/Replay deshalb gezielt statt pauschal.
Für dich als Kunde bedeutet das: Wenn du eine konkrete Frage zu deiner Website hast, die reine Zahlen nicht beantworten, sag uns Bescheid – die Aktivierung ist in wenigen Minuten erledigt, ohne Cookie-Banner-Anpassung. Ob dafür ein Satz in der Datenschutzerklärung ergänzt werden sollte, prüfen wir pro Projekt separat.
Zusammengefasst
- Umami zeigt jetzt Heatmaps (seit v3.2) und Session Replays (seit v3.1) direkt im gleichen Dashboard wie die Pageviews
- Kein zusätzliches Tool wie Hotjar oder Microsoft Clarity mehr nötig
- Keine zusätzlichen Cookies – im Tracker- und Recorder-Quellcode verifiziert, kein zusätzlicher Cookie-Consent-Fall nötig
- Cookie-frei heisst nicht automatisch einwilligungsfrei: Ob die Datenschutzerklärung einen Hinweis auf die Session-Aufzeichnung braucht, prüfen wir separat pro Projekt
- Daten bleiben self-hosted statt auf US-Servern eines Drittanbieters
- Aktivierung ist ein Dashboard-Klick pro Website, aufgezeichnet wird erst ab dem Zeitpunkt der Aktivierung
- 43 % der Nutzenden lehnen Cookies ohnehin ab (Statista) – Recording-Tools mit Consent-Pflicht verlieren dadurch systematisch Daten
Was du mit den Zahlen danach machst, steht in unserem Artikel dazu, Daten wirklich zu nutzen.
Willst du wissen, wie Heatmaps und Recordings bei deiner Website aussehen? Sprich mit uns über deine Analytics.