#Service

KI-Bilder mit Qualität: Warum die meisten es falsch machen

Pascal Widmer Technical Director

KI-Bilder kann jeder erzeugen. Professionelle KI-Visuals, die zur Marke passen und sich vom Durchschnitt abheben, erfordern Handwerk und Prozess. So machen wir das.

90 Prozent aller KI-generierten Bilder erkennt man sofort. Nicht weil sie schlecht sind – sondern weil sie zu perfekt, zu glatt und zu beliebig wirken. Oder weil die Hand sechs Finger hat. KI-Bilder sind einfach zu erzeugen. Gute KI-Bilder sind es nicht.

Gerade Schweizer KMU stehen vor einer konkreten Frage: Lohnt sich der Aufwand, KI-Bilder professionell produzieren zu lassen – oder reicht ein schneller Prompt zwischendurch? Die kurze Antwort: Es kommt darauf an, was du damit erreichen willst. Die lange Antwort folgt hier.

Warum die meisten KI-Bilder auffallen

Du kennst sie: Werbebilder mit lächelnden Menschen, deren Hände seltsam verdreht sind. Autos, bei denen der Rückspiegel an der Hintertür sitzt. Landschaften, die aussehen wie ein Albumcover aus einer Parallelwelt. Technisch beeindruckend, aber sofort als künstlich erkennbar.

Das Problem ist nicht die Technologie. Midjourney, DALL-E und Stable Diffusion können beeindruckende Ergebnisse liefern. Das Problem ist der Prozess dahinter – oder besser gesagt: das Fehlen eines Prozesses.

Was wir in der Praxis sehen: Jemand tippt einen Prompt ein, nimmt das erste brauchbare Ergebnis und erklärt sich zum KI-Experten. Das ist ungefähr so, als würde man eine Kamera kaufen und sich Fotograf nennen.

Laut einer Adobe-Studie können 85 Prozent der Konsument:innen KI-generierte Bilder erkennen – und 72 Prozent reagieren negativ darauf, wenn sie sich getäuscht fühlen (Quelle: Adobe State of Creativity, 2024). Konkret heisst das für dein Unternehmen: Wer KI-Bilder schlampig einsetzt, riskiert Vertrauensverlust statt Effizienzgewinn.

Was professionelle KI-Bilder von Bastelei unterscheidet

Der Unterschied liegt nicht im Tool, sondern im Handwerk. Professionelle KI-Bildproduktion bedeutet: Du weisst, was du willst, bevor du den ersten Prompt schreibst. Und du weisst, wie du es technisch umsetzt.

Konkret heisst das:

  • Gezielte Bildanweisungen statt Zufallstreffer. Es bedeutet, mit Kameraeinstellungen, Lichtstimmungen, Materialien und Kompositionsregeln zu arbeiten – genau wie in der klassischen Fotografie. Wer «fotorealistisches Bild von einem Büro» eingibt, bekommt ein generisches Stockfoto. Wer Brennweite, Tageszeit und Materialstruktur definiert, bekommt ein Bild mit Charakter.
  • Nachbearbeitung gehört dazu. Kein KI-Bild kommt perfekt aus dem Generator. Hände, Proportionen, Perspektiven – alles wird geprüft und korrigiert. Das braucht ein geschultes Auge und die richtigen Werkzeuge.
  • Konsistenz über mehrere Bilder ist die Königsdisziplin. Ein einzelnes gutes Bild ist machbar. Eine Serie von 20 Bildern im gleichen Stil, mit den gleichen Farben und der gleichen Bildsprache? Das erfordert System und Erfahrung.
Eine Krone für unsere Kunden. Aarvia.
Flyer, um sich bei Kunden zu bedanken: Aarvia

Corporate Guidelines einhalten – kein optionales Extra

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Viele KI-Bilder sehen zwar gut aus, passen aber nicht zur Marke. Falsche Farben, falscher Stil, falsche Stimmung. Das ist wie ein Architekt, der ein schönes Haus baut – aber in der falschen Stadt.

Bei einem Projekt in der Baubranche haben wir werberische Sujets erstellt, die sich nahtlos in die bestehende Bildwelt einfügen. Gleiche Farbpalette, gleiche Tonalität, gleiche Anmutung. Wer die Bilder sieht, merkt nicht, dass sie KI-generiert sind – und genau das ist der Punkt.

Unser Vorgehen: Bevor wir den ersten Prompt schreiben, analysieren wir das Brand Manual. Welche Farben? Welche Bildsprache? Welcher Stil? Diese Parameter fliessen direkt in die Prompts ein und werden über den gesamten Produktionsprozess kontrolliert.

Für viele Schweizer KMU ist das der entscheidende Punkt: Du hast über Jahre eine Marke aufgebaut – mit einem bestimmten Look, einer bestimmten Sprache, einem bestimmten Gefühl. KI-Bilder, die davon abweichen, untergraben diese Arbeit. Deshalb ist das Brand Manual nicht der Anfang einer Einschränkung, sondern die Grundlage für konsistente Qualität.

Ki-Photoshooting für Schweizer Röntgen

Bestehende Bilder aufwerten – nicht nur neue generieren

KI-Bildbearbeitung ist nicht nur für neue Sujets gut. Bei einem Kunden in der Medizintechnik standen wir vor einem klassischen Problem: Das Produktarchiv enthielt Hunderte von Bildern – viele davon in niedriger Auflösung, mit schlechtem Licht oder unpassendem Hintergrund.

Statt aufwändiger Neufotografie haben wir bestehende Bilder mit KI aufgewertet: Auflösung erhöht (Upscaling), Hintergründe angepasst, Lichtverhältnisse korrigiert, unbrauchbare Bereiche rekonstruiert.

Das Resultat: Professionelle Produktbilder in einem Bruchteil der Zeit und Kosten eines klassischen Fotoshootings. Ohne Kompromisse bei der Qualität.

Laut einer Studie von McKinsey können KI-gestützte Workflows die Kosten für visuelle Inhalte um 40 bis 60 Prozent reduzieren – bei gleichbleibender oder höherer Qualität (Quelle: McKinsey, The economic potential of generative AI, 2023). Für ein Schweizer KMU mit einem Fotoshooting-Budget von CHF 5000.– bis CHF 15 000.– pro Jahr ist das eine relevante Einsparung.

Wichtig dabei: KI ersetzt klassische Fotografie nicht komplett. Für Teamfotos, Reportagen vor Ort oder Produkte mit komplexen Oberflächen bleibt professionelle Fotografie die bessere Wahl. Der kluge Ansatz ist eine Kombination – KI dort einsetzen, wo sie Mehrwert bringt, und Fotografie dort, wo es auf Authentizität ankommt.

Vom Briefing zum fertigen Bild – so läuft der Prozess

Wie sieht ein sauberer Workflow für KI-Bilder aus? Im Grunde ist es so: Der Prozess ähnelt einer klassischen Bildproduktion – mit ein paar zusätzlichen Schritten.

  • Briefing und Moodboard. Wie bei jedem Designprojekt startest du mit einer klaren Vorstellung. Referenzbilder, Farbwelt, Stimmung – alles wird definiert, bevor das erste Bild entsteht.
  • Prompt-Entwicklung und Testing. Der Prompt wird iterativ verfeinert. Erste Ergebnisse zeigen, ob Richtung und Stil stimmen. Oft braucht es 20 bis 50 Varianten, bis die Basis passt.
  • Nachbearbeitung und Qualitätskontrolle. Jedes Bild wird in Photoshop oder vergleichbaren Tools nachbearbeitet. Anatomie, Proportionen, Texturen – alles wird kontrolliert und bei Bedarf manuell korrigiert.
  • Freigabe und Integration. Die fertigen Bilder werden im Kontext geprüft – auf der Website, im Flyer, in der Präsentation. Erst wenn sie dort funktionieren, sind sie wirklich fertig.

Der Trick dabei: KI beschleunigt die Produktion, nicht die Planung. Wer bei der Vorbereitung spart, zahlt bei der Nachbearbeitung drauf.

Woran du gute KI-Arbeit erkennst

Es gibt ein paar einfache Prüfkriterien, mit denen du die Qualität von KI-Bildern einschätzen kannst:

  • Hände und Finger – immer noch der zuverlässigste Indikator. Zähle nach.
  • Text in Bildern – KI hat Mühe mit Schrift. Buchstaben sind oft verdreht oder sinnlos.
  • Physikalische Plausibilität – stimmen Schatten, Spiegelungen, Perspektiven?
  • Konsistenz – sehen 10 Bilder wie eine Serie aus oder wie eine Zufallsauswahl?
  • Markentreue – passen Farben und Stil zur Corporate Identity?

Wenn du bei einem Anbieter nachfragst und als Beweis ein einzelnes Bild mit sechs Fingern bekommst – weisst du, wie viel Erfahrung dahintersteckt.

Das Wesentliche auf einen Blick

  • KI-Bilder erzeugen kann jeder. KI-Bilder in professioneller Qualität erstellen erfordert Handwerk, Prozess und Erfahrung.
  • 85 Prozent der Menschen erkennen KI-Bilder – schlechte Qualität schadet der Marke.
  • Corporate Guidelines sind kein optionales Extra, sondern die Grundlage jeder professionellen KI-Bildproduktion.
  • KI eignet sich nicht nur für neue Bilder, sondern auch zum Aufwerten bestehender Bestände.
  • KI-gestützte Workflows können die Kosten für visuelle Inhalte um 40 bis 60 Prozent senken (McKinsey, 2023).
  • Der Qualitätsunterschied liegt nicht im Tool, sondern im Prozess dahinter.

Möchtest Du informiert bleiben?