Squarespace ablösen: Wenn die Komfortzone zur Falle wird
Squarespace ist bequem — bis du an die Decke stösst. Warum wachsende Unternehmen die Komfortzone verlassen und wie der Wechsel zu einem Headless CMS gelingt.
Squarespace macht einen guten ersten Eindruck. Schöne Templates, einfache Bedienung, alles aus einer Hand. Für Freelancer, Fotografen oder kleine Portfolios ist das ein solider Startpunkt. Aber irgendwann passiert etwas, das fast jeder Squarespace-Nutzer kennt: Du stösst an die Decke.
Du willst eine Funktion, die es nicht gibt. Du brauchst ein Design, das kein Template abbildet. Du möchtest Inhalte anders strukturieren, als Squarespace es vorsieht. Und dann merkst du: Die Komfortzone ist eigentlich ein Käfig. Einer mit hübschen Wänden — aber trotzdem ein Käfig.
Was Squarespace gut kann — und wo Schluss ist
Anerkennung, wo sie hingehört: Squarespace hat Website-Erstellung für Nicht-Techniker zugänglich gemacht. Die Templates sehen professionell aus, das Hosting ist inklusive, SSL-Zertifikate, Formulare, einfacher E-Commerce — alles da, alles funktioniert.
Für einen Yoga-Lehrer, der Kurstermine zeigt, oder eine Fotografin mit Portfolio funktioniert Squarespace wunderbar. Keine Frage.
Aber die meisten Unternehmen, die zu uns kommen, sind über diesen Punkt hinaus. Sie brauchen mehr als ein Template. Und genau hier zeigt Squarespace seine Grenzen — rigoros.
Das Template-Gefängnis
Squarespace gibt dir Templates vor. Du wählst eins, passt Farben und Schriften an, füllst es mit Inhalten. Soweit, so gut. Aber wenn du etwas brauchst, das nicht im Template vorgesehen ist, stehst du vor einer Wand.
Es gibt keinen Zugang zum Code. Keine echten Custom Components. Kein flexibles Block-System, das du nach deinen Bedürfnissen erweitern kannst. Du arbeitest immer innerhalb der Grenzen, die Squarespace dir vorgibt.
Laut einer Umfrage von Jetkore (2024) nennen 47% der Squarespace-Nutzer «begrenzte Anpassungsmöglichkeiten» als grössten Frustfaktor. Auf Platz zwei: «keine Möglichkeit, bestimmte Funktionen zu integrieren» (38%).
Das Template-System hat noch eine weitere Tücke: Inhalte und Design sind untrennbar verbunden. Wechselst du das Template, riskierst du, dass Inhalte nicht mehr richtig dargestellt werden. Ein Redesign bedeutet bei Squarespace oft: alles von vorne.
Kein Export, kein Eigentum
Der unbequemste Punkt: Deine Inhalte gehören dir — theoretisch. Praktisch kommst du aber schwer an sie ran.
Squarespace bietet einen XML-Export, der grundlegende Blogposts und Seiten enthält. Aber: Bilder, Galerien, Produkte, benutzerdefinierte Blocks, Design-Einstellungen, Formulardaten — nichts davon kommt mit. Du kannst deine Texte exportieren, aber nicht deine Website.
Bei einem Umzug musst du Bilder manuell herunterladen, Inhalte von Hand migrieren und alles neu aufbauen. Je länger du in Squarespace investiert hast, desto teurer wird der Ausstieg. Das ist kein Zufall — es ist das Geschäftsmodell.
SEO und Performance: Die versteckten Kosten
Squarespace kümmert sich um die SEO-Basics: Meta-Tags, Sitemaps, Alt-Texte. Aber bei den Details, die heute den Unterschied machen, fehlt die Kontrolle:
- Kein Einfluss auf die Seitenstruktur und interne Verlinkung über das Template hinaus
- Begrenzte Schema-Markup-Möglichkeiten — du kannst nicht beliebige strukturierte Daten hinzufügen
- Performance hängt von Squarespaces Infrastruktur ab — du optimierst nicht, du hoffst
- Keine Möglichkeit, Lazy Loading, Bildformate oder Caching-Strategien selbst zu steuern
Laut Google PageSpeed Insights laden Squarespace-Seiten im Durchschnitt 2-3 Sekunden langsamer als vergleichbare statisch generierte Websites (Quelle: HTTPArchive, 2024). Das klingt wenig — aber Google bestätigt, dass 53% der mobilen Nutzer eine Seite verlassen, die länger als 3 Sekunden lädt.
Mit SvelteKit und einem Headless CMS kontrollierst du jeden Aspekt der Performance. Bildoptimierung, Code-Splitting, Edge-Caching — alles in deiner Hand.
Typische Bedenken — und ehrliche Antworten
«Squarespace ist so einfach.» Stimmt — innerhalb der vorgegebenen Grenzen. Aber auch Sanity oder Payload sind einfach zu bedienen. Der Unterschied: Du stösst nicht an eine Decke, wenn deine Anforderungen wachsen.
«Ich will mich nicht um Hosting kümmern.» Musst du auch nicht. Vercel oder Netlify übernehmen das Hosting für SvelteKit — mit automatischen Deployments, SSL und CDN. Gleicher Komfort, mehr Kontrolle.
«Unsere Website ist noch nicht so gross.» Genau deshalb ist jetzt der beste Zeitpunkt. Je mehr Inhalte du in Squarespace hast, desto aufwändiger wird die Migration. Ein früher Wechsel spart langfristig.
«Wir brauchen keinen Entwickler.» Für den Start vielleicht nicht. Aber für eine Website, die mit deinem Unternehmen wächst, brauchst du irgendwann professionelle Unterstützung — egal ob bei Squarespace oder anderswo.
Das Wesentliche auf einen Blick
- Squarespace eignet sich für einfache Portfolios und Landing Pages — aber nicht für wachsende Unternehmen
- Das Template-System koppelt Inhalt an Design und bietet kaum Anpassungsmöglichkeiten jenseits der Vorgaben
- Kein echter Content-Export: Bilder, Produkte und Custom Blocks bleiben bei der Plattform
- Performance und SEO lassen sich nur begrenzt optimieren — du bist von Squarespaces Infrastruktur abhängig
- Headless CMS wie Sanity oder Payload geben dir strukturierte Inhalte, die du überall einsetzen kannst
- SvelteKit + Headless CMS bieten denselben Komfort beim Publizieren, aber ohne die Einschränkungen