#Technologie

Strukturierte Daten im Shop: Was Google 2026 verlangt

Pascal Widmer Technical Director

Was Shopify automatisch liefert, was du manuell ergänzen musst, und was sich 2026 im Google Merchant Center ändert – der Praxis-Guide für strukturierte Daten in deinem Onlineshop.

Als wir kürzlich erklärt haben, wie Googles Universal Cart funktioniert, kam die entscheidende Bedingung immer wieder vor: KI-Systeme empfehlen und kaufen nur, wenn die Produktdaten dahinter sauber, live und maschinenlesbar sind. Was das konkret bedeutet und wie du dorthin kommst, zeigt dieser Artikel.

Was Shopify automatisch liefert

Shopify fügt Standard-Seiten automatisch Product-, Organization- und BreadcrumbList-Schema hinzu. Shopify-Themes generieren das über den structured_data Liquid-Filter – mit Name, Preis, Verfügbarkeit und URL als Standard-Ausgabe. Das ist ein solider Grundstock, aber kein vollständiges Bild deiner Produkte.

Was du manuell ergänzen musst

Felder wie Beschreibung, Bilder, GTIN, Marke, SKU, Bewertungen, Versandkosten und Rückgaberichtlinie kommen nicht automatisch dazu – die musst du über deinen Theme-Code oder eine dedizierte Schema-App ergänzen. Genau diese Felder sind es, die ein KI-System oder ein Preisvergleich unterscheiden lässt, ob dein Produkt vertrauenswürdig aussieht oder nicht.

Das Format dafür ist JSON-LD: ein separater Codeblock im Seiten-Head, den weder Design noch Ladezeit beeinflusst.

Google Merchant Center 2026: Was sich ändert

Google passt die Produktdatenspezifikation jährlich an, und 2026 sind die Änderungen konkreter als sonst. Seit 14. April 2026 gelten neue Versandattribute auf Produktebene und ein neues video_link-Attribut für Produktvideos – Google meldet dafür bereits technische Validierungsfehler. Ab 30. Juni 2026 spielt Google diese Videos aktiv aus und prüft sie auf Qualität und Richtlinien. Und seit 14. April 2026 warnt Merchant Center bei Produktbildern unter 500 mal 500 Pixel – ab 31. Januar 2027 setzt Google das durch: Zu kleine Bilder führen dann zu Ablehnungen (Quelle: Google Merchant Center Hilfe).

Das klingt nach Kleinkram, ist es aber nicht: Wer heute schon auf saubere, komprimierte Produktbilder in ausreichender Auflösung achtet, hat die Umstellung bereits hinter sich, sobald die Regel greift.

So testest du, ob’s stimmt

Googles Rich Results Test zeigt dir direkt, was Google aus deinen Seiten liest – und was fehlt. Ein häufiger Fehler: Installierst du zusätzlich eine SEO-App, die eigenes Schema über das eingebaute Shopify-Schema legt, bekommst du doppelte Product-Einträge. Der Rich Results Test zeigt das als Warnung an, lange bevor es zum Problem kommt.

Warum das jetzt wichtiger ist als früher

Strukturierte Daten waren lange «nice to have» fürs Google-Ranking. Mit UCP und dem Universal Cart ist das nicht mehr nur Kür, sondern Voraussetzung fürs Verkaufen selbst: Ein KI-Agent, der bei dir einkaufen soll, liest genau diese Daten, um zu entscheiden, ob er dein Produkt vorschlägt. Fehlt die Marke, das GTIN oder der Lagerbestand, entscheidet der Agent gegen dich – nicht, weil dein Produkt schlechter ist, sondern weil die Daten dahinter unvollständig sind.

Zusammengefasst

  • Shopify liefert Product-, Organization- und BreadcrumbList-Schema automatisch – aber nur die Grundfelder.
  • GTIN, Marke, SKU, Bewertungen, Versand und Rückgaberichtlinie musst du manuell ergänzen.
  • Ab 14. April 2026 gelten neue Merchant-Center-Anforderungen: neue Versandattribute, ein Video-Attribut, Bildwarnungen unter 500 mal 500 Pixel.
  • Die Bildgrössen-Pflicht greift ab 31. Januar 2027 – wer jetzt handelt, hat Zeit.
  • Teste alles mit Googles Rich Results Test, besonders nach der Installation einer SEO-App.
  • Saubere strukturierte Daten sind jetzt nicht mehr nur Ranking-Faktor, sondern Voraussetzung fürs KI-gestützte Einkaufen.

Willst du wissen, wie es um die Produktdaten in deinem Shop steht? Sprich mit uns über deinen Onlineshop.

Möchtest Du informiert bleiben?