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TYPO3 ablösen: So gelingt der Wechsel

Pascal Widmer Technical Director

TYPO3 hat eine lange Geschichte – viele Schweizer Websites laufen seit Jahren darauf. Doch irgendwann stellt sich die Frage: Weiterentwickeln oder wechseln? Wir kennen das System und wissen genau, warum sich ein Wechsel lohnt.

TYPO3 war lange Zeit die Standardlösung für grössere Websites in der Deutschschweiz. Leistungsfähig, stabil, bewährt. Laut W3Techs nutzen rund 1,2 Prozent aller Websites weltweit TYPO3 – klingt wenig, aber im DACH-Raum liegt der Anteil deutlich höher. In der Schweiz setzen besonders KMU, Spitäler, Bildungseinrichtungen und Verwaltungen auf das System. Viele dieser Organisationen haben jahrelang damit gute Erfahrungen gemacht.

Und doch: Wer heute vor der Frage steht, ob er das bestehende System weiterentwickeln oder ablösen soll, merkt schnell, dass die Waagschale kippt. TYPO3 wird weiterentwickelt – keine Frage. Aber die Welt um TYPO3 herum bewegt sich schneller. Headless-Architekturen, API-basierte Systeme und moderne Frontends setzen neue Massstäbe. Laut dem «State of CMS»-Report 2025 planen über 40 Prozent der Unternehmen mit klassischem CMS einen Wechsel zu einer Headless- oder Hybrid-Lösung innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Wir kennen TYPO3 gut. Wir haben damit gearbeitet, Projekte migriert und Systeme abgelöst. Genau deshalb können wir nüchtern einschätzen, wann ein Wechsel sinnvoll ist – und wie er gelingt.

Warum Betriebe wechseln wollen

Die Gründe für einen TYPO3-Wechsel sind meist nicht dramatisch. Es ist ein schleichendes Unbehagen: Updates werden aufwändiger, Erweiterungen funktionieren nicht mehr zusammen, neue Anforderungen lassen sich nur mit viel Aufwand umsetzen. Und irgendwann stellt jemand die Frage: Warum machen wir das eigentlich so kompliziert?

In der Schweiz kommt ein Faktor dazu: Der Markt für TYPO3-Entwickler wird enger. Während PHP-basierte CMS-Systeme an Marktanteil verlieren – WordPress und TYPO3 zusammen sind laut BuiltWith von 74 auf 62 Prozent Marktanteil im DACH-Raum gefallen – wachsen JavaScript-basierte Alternativen rasant. Für Schweizer KMU heisst das konkret: weniger verfügbare Fachkräfte und steigende Stundensätze für TYPO3-Spezialisten.

  • Technischer Schuldenabbau: Veraltete PHP-Versionen, unsichere Erweiterungen, komplexe TypoScript-Konfigurationen – und das Risiko, dass Sicherheitslücken nicht rechtzeitig gepatcht werden.
  • Redaktionelle Frustration: Das Backend wirkt veraltet, Redaktoren brauchen lange Einarbeitung. Für KMU mit kleinen Teams ist das ein echtes Problem – dort pflegen oft Personen die Website, die das nicht hauptberuflich machen.
  • Neue Anforderungen: Mehrkanal-Ausgabe, App-Integration, moderne Frontends – TYPO3 kann das, aber der Aufwand ist unverhältnismässig. Konkret heisst das für euch: Was mit einem Headless CMS in wenigen Stunden funktioniert, braucht bei TYPO3 oft Tage.
  • Abhängigkeit von Spezialisten: TYPO3-Know-how ist konzentriert, der Markt dünner als bei neueren Technologien. In der Schweiz gibt es immer weniger Agenturen, die TYPO3-Projekte aktiv betreuen.
  • Hosting und Betrieb: TYPO3 braucht einen PHP-fähigen Server mit spezifischer Konfiguration. Moderne Alternativen laufen auf Plattformen wie Vercel oder Netlify – mit Schweizer CDN-Knoten, automatischem SSL und ohne eigenen Server.

Was moderne Alternativen bieten

Der Trick dabei: Headless CMS wie Sanity.io entkoppeln Inhalt und Darstellung. Das heisst für euch – der Inhalt wird einmal erfasst und kann auf beliebigen Kanälen ausgespielt werden. Website, App, Newsletter, Digital Signage. Die Redaktion arbeitet in einem modernen, intuitiven Interface. Entwickler nutzen aktuelle Technologien und können unabhängig vom CMS arbeiten.

Konkret bedeutet das: Eure Redaktoren sehen beim Schreiben bereits, wie der Inhalt auf der Website aussieht – Live Preview, direkt im Browser. Neue Seiten erstellen, Bilder tauschen, Texte anpassen: Das geht ohne technisches Wissen, ohne Schulung im Backend.

Das Frontend – in unserem Fall SvelteKit – ist vollständig entkoppelt. Das bedeutet: blitzschnelle Ladezeiten, moderne Interaktionsmuster, einfaches Deployment. Kein PHP-Stack, keine TypoScript-Konfiguration, keine Extension-Konflikte. Studien zeigen, dass Websites mit Headless-Architektur im Schnitt 30 bis 50 Prozent schneller laden als traditionelle CMS-Installationen. Das wirkt sich direkt auf SEO und Conversion aus.

Für Schweizer Unternehmen gibt es einen weiteren Vorteil: Sanity hostet die Inhalte global verteilt mit CDN-Knoten in Europa. Die Daten liegen nicht auf einem einzelnen Shared-Hosting-Server in Deutschland, sondern werden redundant und DSGVO-konform bereitgestellt.

Was eine gute Migration ausmacht

Der grösste Fehler bei einer Migration ist Überstürzung. Ein TYPO3-System, das über Jahre gewachsen ist, hat Komplexität angesammelt: Strukturen, Redirects, Inhalte, Formulare, Schnittstellen. Wer das nicht sorgfältig analysiert, migriert Probleme statt sie zu lösen.

Weil wir TYPO3 von innen kennen, wissen wir wo die Fallstricke liegen. Welche Inhalte direkt migriert werden können, welche aufbereitet werden müssen, wo Redirects gesetzt werden müssen um SEO-Rankings zu erhalten, welche Funktionen im neuen System anders gelöst werden.

Unser Vorgehen in vier Phasen:

  • Analyse: Wir inventarisieren alle Inhalte, Seitenstrukturen, Formulare und Schnittstellen im bestehenden TYPO3. Dabei identifizieren wir auch Inhalte, die veraltet sind und nicht migriert werden müssen.
  • Planung: Auf Basis der Analyse erstellen wir einen Migrationsplan mit klaren Prioritäten. Was wird automatisch migriert, was manuell, was fällt weg?
  • Parallelbetrieb: Das neue System läuft zunächst parallel. So können Inhalte verifiziert, Redirects getestet und das Team eingearbeitet werden – ohne Zeitdruck.
  • Kontrollierter Launch: Der Go-Live ist kein Sprung ins Unbekannte, sondern eine kontrollierte Übergabe. DNS-Umstellung, Monitoring, Nachkontrolle der SEO-Werte.

Die häufigsten Bedenken – und was dahintersteckt

«Wir haben so viele Inhalte, das ist unmöglich zu migrieren.» Stimmt selten. Mit strukturierten Daten und Migrationsskripten lassen sich auch grosse Inhaltsmengen effizient übertragen. Was nicht automatisierbar ist, wird manuell priorisiert – oft stellt sich dabei heraus, dass vieles gar nicht mehr gebraucht wird. Ein Beispiel: Bei einer Migration mit über 800 Seiten konnten wir rund 40 Prozent der Inhalte als veraltet identifizieren.

«Wir verlieren unsere SEO-Rankings.» Muss nicht sein. Mit sorgfältiger Redirect-Planung, strukturierten Daten und sauberem technischem SEO kann die Migration sogar zur Verbesserung führen. Die schnelleren Ladezeiten und die bessere Mobile-Performance eines modernen Frontends sind Faktoren, die Google aktiv belohnt.

«Das kostet mehr als eine Weiterentwicklung.» Kurzfristig ja. Mittelfristig in den meisten Fällen nein. Wenn man den laufenden Aufwand für Updates, Sicherheitspatches und Anpassungen im alten System kumuliert, rechnet sich die Migration schneller als gedacht. Aus Erfahrung würden wir sagen: Nach 18 bis 24 Monaten haben die meisten Kunden den Break-Even erreicht – und profitieren danach von deutlich tieferen Betriebskosten.

«Unsere Daten müssen in der Schweiz bleiben.» Ein berechtigtes Anliegen. Bei Sanity liegen die Daten in europäischen Rechenzentren und sind DSGVO-konform. Für besonders sensible Anforderungen gibt es zusätzlich die Möglichkeit, das Frontend auf Schweizer Infrastruktur zu hosten – zum Beispiel bei Infomaniak oder einem anderen Schweizer Anbieter.

Das Wesentliche auf einen Blick

  • TYPO3 ist solide, aber für neue Anforderungen oft unverhältnismässig komplex.
  • Headless CMS + modernes Frontend entkoppeln Inhalt und Technik – das schafft Flexibilität für die Zukunft.
  • TYPO3-Kenntnis ist ein Vorteil bei der Migration: Wer das System kennt, weiss wo die Fallstricke liegen.
  • Sorgfältige Analyse vor dem Wechsel verhindert, dass Probleme mitmigriert werden.
  • Mittelfristig ist eine Migration in der Regel günstiger als das Weiterflicken eines veralteten Systems.
  • Schweizer Hosting, europäische Datenhaltung und lokale Betreuung sind mit modernen Stacks problemlos möglich.

Du überlegst, ob ein Wechsel für euch sinnvoll ist? Wir schauen uns euer System unverbindlich an und sagen ehrlich, was wir empfehlen – auch wenn die Antwort lautet: Bleibt noch bei TYPO3.

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