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Warum wir Directus.io für datengetriebene Projekte nutzen

Pascal Widmer Technical Director

Directus.io ist unser Werkzeug, wenn es um datengetriebene Projekte geht: APIs, Datenverwaltung, und Backend-as-a-Service — ohne proprietären Lock-in und mit voller Kontrolle über die eigene Datenbank.

Nicht jedes Projekt braucht ein klassisches CMS. Manchmal geht es um Daten: strukturierte Datensätze, die über APIs zugänglich gemacht werden müssen, die von verschiedenen Systemen gelesen und geschrieben werden, und die eine eigene Verwaltungsoberfläche brauchen.

Für solche Projekte setzen wir Directus.io ein – ein Open-Source-Tool, das aus jeder Datenbank eine vollständige API-Plattform mit Admin-Oberfläche macht.

Konkret heisst das für dich: Deine Daten bleiben in einer normalen Datenbank, du bekommst sofort eine Verwaltungsoberfläche, und andere Systeme – Website, App, ERP – können die Daten per Schnittstelle abrufen. Ohne dass du dafür programmieren lassen musst.

Der Headless-CMS-Markt wächst rasant: Laut Statista lag das weltweite Marktvolumen 2024 bei rund 2,6 Milliarden US-Dollar – mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 22 %. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass ein API-first-Ansatz flexibler und zukunftssicherer ist als monolithische Systeme.

Was Directus.io ist – und was es nicht ist

Directus.io ist kein klassisches CMS im Sinne von «Inhalte verwalten, Website ausgeben». Es ist ein Data Platform Layer – eine Schicht, die sich über eine bestehende oder neue relationale Datenbank legt und automatisch APIs generiert.

Der Ansatz ist radikal datenbankorientiert: Directus lernt die Datenbankstruktur, generiert daraus sofort eine REST- und GraphQL-API, und baut eine Admin-Oberfläche, in der Daten verwaltet werden können.

Ein Beispiel: Stell dir vor, du hast eine Datenbank mit Produkten, Standorten und Preisen. Directus erkennt diese Tabellen automatisch und baut dir eine Verwaltungsoberfläche – inklusive Suchfunktion, Filterung und Exportmöglichkeit. Dein Team kann sofort damit arbeiten, ohne auf eine aufwändige Eigenentwicklung zu warten.

Laut einer Umfrage von Storyblok unter über 4000 Unternehmen nutzen bereits 37 % der Firmen ein Headless CMS oder eine API-first-Plattform – Tendenz steigend. Directus gehört zu den am schnellsten wachsenden Open-Source-Projekten in diesem Bereich, mit über 30’000 GitHub-Stars.

Was Directus nicht tut:

  • Keine vordefinierten Datenstrukturen – das Schema kommt aus der eigenen Datenbank
  • Kein eigenes Datenbankformat – PostgreSQL, MySQL, SQLite, und mehr
  • Kein proprietary Lock-in – Daten liegen in Standard-SQL, exportierbar jederzeit

Warum No-Lock-in gerade in der Schweiz so wichtig ist

Einer der grössten Risikofaktoren bei CMS-Entscheidungen ist der Vendor-Lock-in: Wenn man ein bestimmtes System wählt und die Daten nur in dessen proprietärem Format existieren, wird ein späterer Wechsel teuer – manchmal unmöglich.

Directus umgeht dieses Problem komplett. Die Daten liegen in einer normalen SQL-Datenbank. Will man Directus eines Tages ablösen, bleiben Schema und Inhalte vollständig erhalten.

Das heisst für dich: Deine Investition in die Datenstruktur ist nie verloren. Egal ob du in drei Jahren ein anderes Frontend, eine App oder ein neues System brauchst – die Daten gehören dir, und du kannst sie jederzeit mitnehmen.

Für Schweizer KMU ist das besonders relevant. Die Anforderungen an Datenschutz und Datenhoheit sind hoch – das nDSG (neues Datenschutzgesetz, in Kraft seit September 2023) verlangt, dass Unternehmen jederzeit Auskunft über ihre gespeicherten Daten geben können. Mit Directus auf einer eigenen PostgreSQL-Datenbank weisst du immer exakt, wo deine Daten liegen und in welchem Format.

Bei einem Projekt im Verlagsbereich war das ein entscheidendes Argument: Das Unternehmen wollte die Flexibilität behalten, das System in fünf Jahren zu wechseln, ohne Daten zu verlieren. Directus on PostgreSQL war die Antwort.

Self-Hosting: Daten unter eigener Kontrolle

Directus kann self-hosted betrieben werden – auf eigenem Server, eigener Cloud-Instanz, oder On-Premises.

Konkret bedeutet das: Du entscheidest, wo deine Daten liegen. Nicht der Software-Anbieter, nicht ein US-Rechenzentrum – du. Gerade wenn du sensible Kunden- oder Geschäftsdaten verwaltest, ist das ein echtes Plus.

Für Schweizer Unternehmen heisst das: Hosting bei einem Schweizer Anbieter wie Infomaniak, Exoscale oder Hetzner (Standort Zürich) – Daten bleiben in der Schweiz, DSGVO- und nDSG-konform.

Typische Hosting-Setups unserer Kunden:

  • Directus auf einem eigenen VPS (z. B. bei Infomaniak oder Exoscale) mit Managed PostgreSQL
  • Docker-basiertes Deployment mit automatischen Backups
  • Managed PostgreSQL-Dienst + Directus selbst deployt (hybrides Modell)

Laut dem Cloud-Report von MSM Research nutzen 78 % der Schweizer KMU mittlerweile Cloud-Dienste – aber die Mehrheit legt Wert darauf, dass die Daten in der Schweiz bleiben. Mit Self-Hosting bei einem Schweizer Provider schlägst du beide Fliegen mit einer Klappe.

Flows und Automations: Logik ohne Code

Directus bietet ein eingebautes Automatisierungs-System namens «Flows». Mit Flows lassen sich Aktionen auslösen, wenn bestimmte Ereignisse eintreten: Ein Datensatz wird erstellt, ein Feld wird geändert, ein Zeitpunkt wird erreicht.

Der Trick dabei: Diese Automationen baust du visuell zusammen, ohne Backend-Code. Das senkt die Kosten und macht Änderungen schnell möglich – auch ohne Entwickler.

Flows kombinieren Trigger, Bedingungen und Aktionen – vergleichbar mit Zapier oder n8n, aber direkt in der Datenverwaltung integriert. Kein zusätzliches Tool, keine zusätzlichen Kosten.

Ein Beispiel: Bei einem Projekt im Eventbereich haben wir Flows eingesetzt, um automatisch Bestätigungs-E-Mails zu senden, Kapazitätsgrenzen zu prüfen, und Wartelisten zu verwalten. Ohne zusätzliche Backend-Logik.

Gerade für Schweizer KMU, die oft mit kleinen Teams arbeiten, sind solche Automationen Gold wert. Wiederkehrende Aufgaben laufen automatisch – das Team kann sich auf das konzentrieren, was wirklich zählt.

Rollen und Berechtigungen: Granulare Zugriffskontrolle

Directus hat ein ausgefeiltes Rollen- und Berechtigungssystem. Nicht nur «Admin kann alles, User kann nichts» – sondern feingranulare Kontrolle auf Feld-Ebene.

Das heisst für dich: Du kannst genau festlegen, wer welche Daten sehen, bearbeiten oder löschen darf. Dein Buchhaltungsteam sieht Finanzdaten, dein Marketingteam sieht Inhalte – und niemand sieht mehr, als nötig.

Das ist besonders relevant für Projekte mit mehreren Stakeholdern oder externen Partnern. Jeder bekommt genau den Zugang, den er braucht – nicht mehr, nicht weniger.

Typische Rollen-Setups:

  • Redakteur:innen: Lesen und Schreiben auf Inhaltsfeldern, kein Zugriff auf Systemtabellen
  • Externe Partner: Nur Lesezugriff auf freigegebene Datensätze
  • Admins: Vollzugriff inklusive Schema-Änderungen und API-Konfiguration

In Kombination mit Self-Hosting erfüllt das auch die Anforderungen des nDSG an den Grundsatz der Datensparsamkeit: Nur wer Daten braucht, bekommt Zugriff.

Wann wir Directus einsetzen – und wann Sanity

Wir arbeiten sowohl mit Sanity.io als auch mit Directus. Die Wahl hängt vom Projekttyp ab:

Sanity setzen wir ein, wenn es um Content geht: Websites, Blogs, Landing Pages, redaktionelle Inhalte. Sanity ist hervorragend für strukturiertes Content-Management mit Live-Preview und kollaborativem Editing.

Directus setzen wir ein, wenn es um Daten geht: Produkt-Datenbanken, Inventarsysteme, Event-Management, interne Tools. Überall dort, wo das Datenmodell komplex ist und die Daten nicht nur auf einer Website landen, sondern von mehreren Systemen genutzt werden.

Beide Tools sind API-first und Headless – aber sie lösen unterschiedliche Probleme. Die Kunst liegt darin, das richtige Werkzeug für die richtige Aufgabe zu wählen.

Aus unserer Erfahrung: Bei etwa 30 % unserer Projekte ist Directus die bessere Wahl – nämlich immer dann, wenn die Datenstruktur im Vordergrund steht und nicht der redaktionelle Inhalt.

Das bringt dir Directus.io konkret

Directus löst ein häufiges Problem in der Schweizer KMU-Landschaft: Du brauchst ein System, das deine Daten verwaltet, per API zugänglich macht, und das du selber hosten kannst – ohne dafür ein eigenes Backend entwickeln zu lassen.

Zusammengefasst:

  • Volle Datenkontrolle – Standard-SQL, kein Lock-in, jederzeit exportierbar
  • Sofortige APIs – REST und GraphQL, automatisch generiert
  • Self-Hosting möglich – Daten bleiben in der Schweiz
  • Eingebaute Automationen – Flows ersetzen aufwändige Backend-Logik
  • Granulare Berechtigungen – jeder sieht nur, was er soll
  • Open Source – keine Lizenzkosten, aktive Community mit über 30’000 GitHub-Stars

Directus ist kein Alleskönner – und das ist auch gut so. Es ist das richtige Werkzeug für datengetriebene Projekte, die Flexibilität und Kontrolle brauchen.

Du hast ein Projekt, bei dem es um Daten geht? Dann lass uns darüber reden, ob Directus die richtige Lösung ist. Wir beraten dich ehrlich – und empfehlen Directus nur, wenn es wirklich passt.

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